Ambros Pur V
November 19 – 2018 Deutschen München


Der „Godfather“ of Austropop hat „gruaffn“ und alle sind gekommen. Vor ausverkauftem Haus gaben Wolfgang Ambros, Keyboard Virtuose Günter Dzikowski und Roland Vogl mit allem was Saiten hat, ein erstklassiges Konzert.

Das Deutsche Theater ist zwar nicht die beste Location für Ambros Pur, weil, so Wolfgang „ich gerne näher bei meinem Publikum bin und die Leute auch gerne sehe“. Diese beiden Dinge waren aber auch schon das ganze Negative an diesem Abend. Wolfgang präsentierte sich in bester Laune und offensichtlich bei annehmbarer Gesundheit. Er kommt schon schwer daher, aber der Zahn der Zeit nagt ja schließlich an uns Allen! Ambros erklärte anfangs, dass er eine kleine Werkschau aus der Phase seiner „Midlife Crisis“ darbieten wolle, aber dass der zeitliche Rahmen des Abends dies eigentlich nicht zuließe, weil nach rund 60 Minuten eine Pause eingeplant wäre. Somit habe er diese Schaffensperiode auf drei Lieder reduziert. Die ersten Songs waren damit fast etwas traurig, besonders „Du bist wia de Wintersun“ (geschrieben von Joesi Prokopetz), ließen die Gedanken in alle möglichen Richtungen frei umher laufen.

Wolfgang kommunizierte mit dem Publikum, wie es ein besser und lustiger nicht hätte sein können. Völlig frei ergaben sich Pointen im Zusammenspiel auch mit dem kongenialen Günter Dzikowski. Dieser feierte dieser Tage übrigens sein 40jähriges Bühnenjubiläum, was auch entsprechend gewürdigt wurde. Auf Günter kann sich Wolfgang „blind“ verlassen. Er setzt bei Texten immer unterstützend ein, da wo es nötig ist, bringt mit Mimik und Gestik immer wieder die Lacher auf seine Seite. Roland Vogl dagegen wurde von Ambros als „nicht ganz so lange dabei“ betitelt, weil er „erst“ seit 25 Jahren mit auf Tour ist, davon die letzten Jahre als aktiver Gitarrist und Bassist. Diese Verstärkung durch Roland tut Ambros PUR sehr gut. Dezent setzt er seinen Bass ein, unterstützt Wolfgang mit einer Grundlinie, auf welche dieser aufbauen kann. Man hat den Eindruck: Diese drei passen wirklich sehr gut zusammen.

Es gab durchgängig stets langen Beifall, was die Künstler sichtlich erfreute. Wolfgangs Anekdoten beinhaltete auch eine über und mit Georg Danzer, welcher leider vor einigen Jahren von uns gegangen ist. „Er sei einmal auf einem Konzert von Danzer gewesen“, so erzählte Wolfgang, „und der hörte ein oder sogar zwei ganze Akkorde vor dem normalen Lied Ende auf“. „In der Pause ging ich zu ihm und fragte was das solle“, so Ambros. Darauf erwiderte Danzer:“ du musst aber auch immer alles ganz genau wissen“. „Sein Vater und Georg hätten sich prima verstanden, weil sein Vater Oberlehrer gewesen sei“.

Meine persönlichen Lieblinge an diesem Abend waren: „Zwickt´s mi, Da Hofa, Weiße Pferde (von Danzer) Zentralfriedhof, Verwahrlost aber frei und Tendenz zur Demenz“. Überhjaupt kokettiert er des Öfteren mit seien Gebrechen und dem Älter werden, teilweise etwas sehr melancholisch, besonders in der ersten Hälfte des Konzerts.

Die zweite Hälfte brachte aber dann vielen Schwielen an den Händen, vom Klatschen. Die drei gaben so richtig Gas, was die Stimmung nochmals verbesserte. Viele sangen die Hits mit, klatschten und ließen Ambros Zeit, einen Schluck zu trinken. Wie bei einem Rockkonzert, wo dann nur noch der Schlagzeuger die Line vorgibt.

Vier Zugaben wurden dann noch geboten: „Da Hofa, Blume aus dem Gemeindebau, Zentralfriedhof und Skifahrn“.  Man merkt dem Wolfgang zwar die Anspannung schon an, aber ein Ambros nicht auf der Bühne? Das werden wir Gott sei Dank nicht erleben. Man muss ihm wirklich ein Lob aussprechen, dass er sich jedes Jahr wieder auf Tour begibt und sein Bestes gibt. Das ganze Team, ob Produzent Peter Fröstl, Hausfotograf Tony Schönhofer oder Manager Michael Rösch, alle sind wie eine große Familie, wo jeder seinen Beitrag leistet, dass wir einen wunderbaren Abend mit Ambros Pur verbringen können.

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