The Beach Boys

20. Juli 2019 München, Circus Krone Bau

The Beach Boys „Now and Then Tour 2019“  20. Juli Circus Krone Bau München

Footage with: Canon 6D II 

Als in den 70er und 80ern am Wochenende noch „richtig“ getanzt wurde, gab es neben der allseits beliebten „Schmuser-Runde“ auch die etwas fetzigere Variante, die „Rock´n Roll und Boogie Runde“. Und was wurde das von den Bands wohl gespielt? Klarer Fall! „Surfin USA “, „I get around“ und „Summertime Blues“. Das waren auch die Lieder, welche sich beim Tanzkurs eingeprägt hatten. Wer mir damals gesagt hätte, diese Songs 2019 nochmals live hören zu können, den hätte ich für sonst was erklärt.

Es ist ein langer Weg von der Gründung 1961 bis ins Jahr 2019. 58 Jahre Bandgeschichte!   Seitdem sind 40 Jahre vergangen und Teile der „Beach Boys“ sind immer noch aktiv und unterwegs.

Von den Gründungsmitgliedern sind heute noch Mike Love mit Bruce Johnston und Al Jardine mit Brian Wilson auf Tour.

Der vierstimmige Chor und sich ungewöhnlich entwickelnde Harmoniefolgen, sind und waren das Merkmal der Beach Boys.

Mit der sog. „Surfmusik“ waren die Beach Boys bis Mitte der 60er Jahre erfolgreich. Die Lebensfreude spiegelte sich in ihren Liedern wieder. Dann wurde die USA scheinbar den Songs weniger gewogen, dafür schwappte die Welle nach Europa. Man darf nicht vergessen, es gab weder Internet oder Kassetten Rekorder, null! Es dauerte damals ziemlich lang bis sich musikalische Trends durchsetzten. Erst 1974, mit ihrem Album „Endless Summer“, wurden sie in ihrer Heimat wieder verstärkt wahrgenommen. Generell übten sie großen Einfluss auf die musikalische Landschaft aus.

Über lange 50 Jahre waren sie in den amerikanischen TOP 40 vertreten, das ist schon einmal eine Hausnummer! Die Beach Boys veröffentlichten von 1962 bis 2015 insgesamt 29 Studio-Alben sowie drei Live-Alben in den Jahren 1964, 1970 und 1973. Beach Boys Concert ist ihr einziges reguläres Album, das die Billboard Charts anführte.

Nun sind sie also nach 2017 wieder 9x in Deutschland auf Tour. Mike Love und Bruce Johnston spielen Hits aus all ihren Alben, während sich das Duo Wilson/Jardine jeweils nur eines bei ihren Auftritten vornimmt.

THE BEACH BOYS heute, das sind Mike Love und Bruce Johnston, die zusammen mit Jeffrey Foskett, Brian Eichelberger, John Cowsill, Keith Hubacher, Christian Love und Scott Totten das Erbe der legendären amerikanischen Band fortsetzen.  Der Grammy-Gewinner Bruce Johnston kam 1965 zu The Beach Boys und ersetzte Glenn Campbell, der Brian Wilson bei Gesang und Bass vertreten hatte, als er sich von der Tournee zurückzog.

So sind wir also am Samstag den 20., Juli im Circus Krone Bau in München bei den „Urvätern“ der Surfmusik.

In einem Punkt möchte ich gleich Klarheit schaffen: Der Circus Krone ist sehr gut klimatisiert. Es hatte eine Außentemperatur von 34 Grad, aber im Bau war es richtig angenehm kühl mit hervorragender Umwälzung!

Gegen 19.40 wurde es dann ernst. Nach einem kurzen Video mit Highlights der Beach Boys Ära betraten die neun Bandmitglieder unter großem Jubel die Bühne. Mike und Bruce strahlen trotz ihres Alters, noch immer eine hohe Affinität zu ihrem Publikum aus. Im Laufe des Abends spielt Bruce den großen „Animateur“ und fordert, den guten Opa mimend, immer wieder zum Klatschen oder mitsingen auf. Die Stimme von Mike Love ist immer noch sehr markant, aber altersgeschuldet doch brüchiger und weniger komplex. Es kratzt halt doch ein wenig. Aber hey! Wer von uns steht mit 78 auch noch auf der Bühne und tourt um die Welt?

Seine gefürchteten Ansagen blieben diesmal aus, die wenigen Einlagen waren passend. Ebenso wie Kollege Bruce, trug er eine Baseball Cap. Leider wechselnden die beiden nur wenig von links nach rechts, aber jede Bewegung kostet halt auch Kraft.

Die Set List beinhaltet dann auch wirklich alles, was das Herz begehrt:

-Help me Rhonda    -Catch a Wave   -Surfin´ Safari   -California Sun   -Surfin´USA   -I get around  -Good Vibrations

Die komplette Set List des jeweiligen Konzertes gibt es bei www.setlist.fm

Neben den eigenen Songs dürfen natürlich auch ihre Covers von -Sloop John B. –Here comes the Sun (Beatles)   – Do you wann dance? (Bobby Freeman) nicht fehlen.

Zu allen Songs wurden auf der Leinwand dazu passende Videos gezeigt, das Leben der Band quasi Revue passierend. So sah man die ganz jungen Boys, zusammen mit den Beatles und unzählige Stationen aus ihrem Künstlerleben.

Enttäuscht hat mich nur das George Harrison Cover von „Here comes the Sun“. Mike und George gehörten zu dem Kreis der Hare Krishna Anhänger und trafen sich seinerzeit in Indien. Dort lernten sie sich kennen und schätzen. Der Song wurde neu arrangiert, aber in meinen Augen und Ohren, doch ziemlich verhunzt. Die teilweise unmelodischen Harmonien passen einfach nicht zu diesem Song. Auch „Pisces Brother“ widmet er dem ehemaligen Beatles Mitglied. Wir sitzen dies aus und nehmen es zur Kenntnis.

Besonders gut gefiel mir Keyboarder Brian Eichenberger, quasi ein Neuling in der Band, gehört heute auch zur jüngsten Generation von „The Four Freshmen“, einer Vokalgruppe, die Gründer Brian Wilson einst als Vorbild diente.

Gitarrist Jeffrey Foskett übernimmt bei „Darlin“ den Leadgesang und sorgt mit seinem hellen Tenor für einen wahren Applaussturm!

Auch Drummer John Cowsill gliedert sich nahtlos in die Reihe der Bandsänger ein. Bei manchen Songs musste ich den Sänger erstmal suchen, so verdeckt saß er hinter seinem Schlagzeug. Er spielt schon bei 100erten Songs mit, leider meist unerkannt, das harte Los der Drummer.

Auch Leadgitarrist und musikalischer Direktor Scott Totten verfügt über eine schöne Kopfstimme.

Die wichtigen Parts des Konzerts aber übernimmt Brian Eichenberger. Er verfügt über eine richtig hohe Kopfstimme, fast schon an Falsett grenzend. Bei ihm meint man, dass Brian Wilson auf der Bühne steht. Er fasziniert den gesamten Abend mit seinen Einsätzen, das Publikum trampelt auf den altehrwürdigen Holzboden des Circus Krone.

Das Feuerwerk an Hits endete mit „Good Vibrations“ bevor es noch zwei Zugaben gab. Ein Abend mit der Partymusik der 60er geht beschwingt zu Ende, alle gehen fröhlich nach Hause, mit der Frage, ob sie wohl nochmals auf Tour gehen werden?

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