Fischer-Z

04. August 2019 Augsburg, Spectrum Club

Fischer-Z: Swimming in Thunderstorms – Tour 2019

Footage with: Canon 6D II 

Wieder einmal haben es die beiden Geschäftsführer des Spectrum Clubs geschafft ein wahres Highlight zu bekommen. Fischer-Z galt in den 70ern als eine der populärsten Vertreter des angesagten New Wave. Kopf der Band ist Sänger und Gitarrist John Watts, gemanagt von seinem Bruder Eric Watts.

Fischer-Z feierte Erfolge in ganz Europa und verkaufte bis dato mehr als zwei Millionen Alben. Sie waren schon mit „The Police“ den „Dire Straits“ und „Bob Marley“ auf Tour. Ihr neuestes, 21. Album „Swimming in Thunderstorms“ erscheint am 13. September.  Fischer-Z wurde 1977 von John Watts gegründet. Er studierte damals noch klinische Psychologie. Bereits 1979 wurde das erste Album bei United Artists veröffentlicht. Das zweite Album war dann bereits von globalen politischen Themen beeinflusst.

1981 löste Watts die Band auf, weil sie sich zu weit von den herrschenden Punk Idealen entfernt habe, so Watts damals. Das Leiden der Bevölkerung, ob Bergarbeiter in England oder Kriegsgeschädigte, wurde in vielen seiner Songs thematisiert. Viele seiner Lebenserfahrungen und Beobachtungen wurden so in den Liedern verarbeitet aber auch angeprangert.

1987 wurde Fischer-Z dann neu gegründet. Das 91er Album „Destination Paradise“ wurde in Peter Gabriels Real World Studios aufgenommen. Nach diversen Umstrukturierungen entschloss sich John Watts 2015 wieder unter dem Namen Fischer-Z zu veröffentlichen und auch aufzutreten. Das in diesem Jahr erschienene Album „This is My Universe“ enthält den Titel Martha Thargill“, in dem Watts den Bergarbeiterstreik nach 30 Jahren noch einmal neu überdenkt. Überhaupt hat er mit seinen Songs den Zeitgeist punktgenau getroffen.

2017 wurde das 40jährige Jubiläum begangen und auch das 20. Studioalbum „Building Bridges“ ist zeitgleich erschienen. Viele weitere Band Infos gibt es auf der Fischer-Z Homepage: https://fischer-z.com/home

Mir persönlich gefällt das 1981 erschienen Album „Red Skies over Paradise“ am besten. Neben den germanophilen Songs „Berlin“ und „Marliese“ findet sich hier auch „Battalions of Strangers“, bei jeder Rock Fete damals ein Kracher.

Gegen 18.45 stehen erst wenige Fans vor dem Eingang des Clubs, ab 19.00 ist Einlass. Wer darauf vertraut hatte, dass es an diesem Abend etwas frischer und angenehmer sein würde, der wurde enttäuscht. Gegen 19.00 hatte es immer noch eine Außentemperatur von knapp 30 Grad. Die Insider wissen natürlich, dass es um diese Jahreszeit im Spectrum richtig warm werden kann und kamen dementsprechend auch erst gegen 19.45. Dann aber füllte sich das altehrwürdige Gebäude richtig schnell. Gegen 20.10 betraten dann die Mannen um John Watts die Bühne und schon erfüllte Sommermusik den Saal. Reggae Musik gepaart mit New Wave Ansätzen und der markanten Stimme von John, brachten das Publikum schnell in Stimmung. „Black and White“ bildete den Auftakt, wobei John zu jedem Lied ein paar Infos gab. Besonders gefiel mir „So Long“ und „Red Skies over Paradise“.

Dass bei Live Musik auch der Teufel im Detail steckt, konnten wir gegen 21.00 dann hautnah erleben. Zuerst rissen die Saiten an mehreren Gitarren, dann gab es so heftige Rückkopplungen, dass John seinen Song mehrmals neu beginnen musste. That’s live! Das gehört halt auch dazu und macht das Erlebnis noch lebendiger. Überhaupt hört sich seine hohe Falsettstimme noch genauso genial an, wie in den 80ern, als ich die LP „Red Skies over Paradise“ kaufte. Die Stimme ist richtig kernig und knackig, sein Markenzeichen, die Mütze, hatte er natürlich auch aufgesetzt.

Die Band gab sich richtig viel Mühe und brachte die Temperatur nochmals nahe des Siedepunkts. Fast niemand im Saal der nicht mitgroovte, klatschte oder sang. Es war eben ein Clubkonzert der besonderen Art. Und die Band hatte wegen der vorhin erwähnten Ausfälle eine ganze Menge zu improvisieren.

Ganz besonderes Lob gilt der Tontechnik. Da können sich manch andere eine Scheibe abschneiden. Keine hämmernden Bässe, keine Überschneidungen, lediglich der Hall in Johns Stimme wurde etwas zu oft eingesetzt, aber das hat natürlich nicht der Techniker zu verantworten.

Eines der wenigen Konzerte für die ich eine glatte und gute -2- vergebe. Ein geiles Clubkonzert wie es sein sollte!

SHARE THIS NEWS

Share on facebook
Share on twitter
Share on pinterest
Share on email
Share on linkedin
Share on reddit
Share on tumblr
Share on digg
Share on google
Share on whatsapp
Share on xing
Share on vk
Share on delicious
Share on skype
Share on stumbleupon
Share on odnoklassniki