Frontm3n
Januar 27 – 2019 Parktheater im Kurhaus Göggingen
Das Beste was Akustik derzeit zu bieten hat! Stand-up Musik!

Bereits zum dritten Mal spielten uns die „Frontm3m“, im wiederholt ausverkauften Parktheater zu Göggingen auf. Die Symbiose zwischen Musikern und Publikum scheint eine der ganz besonderen Art zu sein. Eher als zurückhaltendes Publikum bekannt, spürt man schon beim ersten Song nichts mehr davon.

Es wird geklatscht und mitgesungen, als hätten alle im Saal die Songtexte auswendig gelernt!

Die Atmosphäre in diesem wunderbaren Gebäude sucht aber auch wirklich seinesgleichen. Catering kann vor Beginn schon geordert und bezahlt werden, in der Pause steht alles schön hergerichtet am reservierten Tisch, kein Anstehen, kein Stress, einfach klasse. Und das zu angenehmen Preisen.

Ihre „Stammbands“ sind uns allen wohlbekannt: Peter Howarth von „The Hollies“, Pete Lincoln von „SWEET“ und Mick Wilson von „10cc“. Nicht nur die Bands sind bekannt, sondern jedem, aber wirklich auch jedem, fallen sofort die großartigen Hits ein, wie: „Blockbuster, Love is like Oxygen, He ain´t heavy he´s my Brother, Sandy oder Dreadlock Holliday. Aber es wäre völlig verkehrt diese drei Gentleman auf das vorherige zu reduzieren. Nein – sie spielen auch neu komponierte Songs, wie „All at Sea“, was mir persönlich besonders gut gefällt. Alle Songs gibt es für den Vinylsammler auch auf LP „All for One“, oder auf CD und DVD, samt Konzert. www.frontm3n.de

Peter Howarth gab mir vor dem Konzert ein exklusiver Interview, welches ebenfalls kurzfristig auf www.koncert-fotos.com zu finden ist. Wirklich lesenswerte Antworten über die Zukunft der Live Musik und deren Bands.

Ihre Vita ist wirklich lesenswert und würde den Rahmen dieses Reviews komplett sprengen.

In England haben sie sich vor 2 Jahren zu diesem Experiment zusammengefunden, was einem Promotor zu verdanken ist, ja richtig gelesen! Jahrelang spielten sie früher gemeinsam in der Band von Sir Cliff Richard. Irgendwann schien der gemeinsame Wunsch nach einem Projekt gekommen zu sein. Sie ergänzen sich nicht nur stimmlich, sondern auch im Gitarren Spiel oder in der Interaktion mit dem Publikum. Ihre „Merchandise“ Einlagen habe ich nun schon 3x gesehen, kann aber über die Gestik und Mimik, besonders von Peter und Mick immer wieder lachen. Sie erscheinen auch nach nur relativ kurzer Zusammenarbeit bei den Frontm3n, als wirklich homogen, die Rollen sind klar verteilt, man versteht sich gut. Dass muss man aber auch wenn man täglich im Auto oder im Hotel zusammen abhängt. Das Alter hat auch klare Vorteile.

Diese Homogenität spürt man an diesem Abend ganz besonders. Die Drei bilden eine Einheit, welche sich auf das Publikum überträgt. Es wird viel gelacht und gescherzt, wie wenn man bei guten Freunden zum Geburtstag aufspielt, es geht direkt in die Seele, alles Negative wird ausgeblendet.

Als die drei Frontm3n, Pete Lincoln, Mick Wilson und Peter Howarth gegen 19.35 die Bühne betreten, werden sie schon mit überwältigendem Beifall stürmisch begrüßt. Das will schon mal was heißen!

Nach kurzer Begrüßung durch Master Brain und Multi-Band Mitglied Pete Lincoln geht es sofort mit „Bus Stop“ los, gefolgt von „Co Co / Papa Jo“. „Things we do for Love“ und anschließend ein Song vom nagelneuen Album „Open up“. Pete weist darauf hin, dass einige neue Songs gespielt würden, da dies den Musikern natürlich Spaß mache, nicht nur die „alten“ Hits zu spielen.

Ich muss immer wieder darauf hinweisen, dass sie Drei stimmlich eine so weite Range abdecken, die seinesgleichen sucht. Mit dem Alter werden die Stimmen ja zwangsweise etwas tiefer, aber z.B. hat Peter Howarth eine so feste und zugleich weiche Stimme, die einem durch und durch geht. Er geht richtig spielerisch damit um, kommt in Höhen um sofort wieder auf Bassniveau runter zu singen.  Auch 10cc`s Mick Wilson gibt später am Abend mit „Donna“ einen Einblick in seine sagenhafte Stimme. Wenn man dies selbst ausprobieren sollte, wird man beim Luftholen schon scheitern.

Überhaupt merkt man den „Jungs“ den Spaß an der Freude bei jedem Liede an. Kurzweilig werden Anekdoten über andere Künstler oder über die eigenen Merchandise Produkte eingebracht. Kurz gesagt, man fühlt sich richtig gut aufgehoben und weiß, dass dort Profis auf der Bühne stehen. Das Publikum mag zwar insgesamt etwas älter sein, aber das sind eben die Fans, welche mit den Songs aufgewachsen sind und das trifft auch auf jede Rockband zu. Im Gegensatz zu anderen Konzerten, etwa in der Olympiahalle, fühlt man sich den Musikern sehr nah, die sehen das umgekehrt genauso. Security die permanent alles überblickt, braucht man nicht, die Fans flippen nicht so aus, wie seinerzeit bei den Beatles, Gott sei Dank! So haben wir uns diesen schönen Abend hier gemeinsam „erarbeitet“.

Weitere Highlights waren „Love is like Oxygen, What she wants, You got it, All at Sea, Priceless und Rubber Bullets”. Nach gut einer Stunde ging es dann in eine 20minütige Pause, die wie anfangs schon beschrieben sehr schnell verging.

Nach der Pause folgten sagenhafte 14 weitere Songs, zum Schluss, wie immer, als Zugabe „Lucky Lips, Long cool Woman und Dreadlock Holiday“.

Einzelkritiken

Peter Howarth

Diese Stimme! Wenn Peter anfängt, ist es wie wenn die eigene Seele auf eine andere Wellenlänge eingestellt wird. Besonders beim Solo von „He ain´t heavy, he´s my brother“ füllt er den kompletten Saal nur mit seiner Stimme aus. Es herrscht absolute Ruhe im Publikum, alle sind wie verzaubert! Zusammen mit Mick Wilson führen die beiden ihre Slapstick Einlagen für die Merchandising Produkte auf. Keineswegs zu aufdringlich, aber voller Witz und Charme wird z.B. die „Tasse der ewigen Jugend“ angepriesen, genauso wie „die Mütze für sämtliche Größen“, nicht erhältlich in Shops, sondern 50m in diese Richtung und deutet auf den Produktstand hin.

Mick Wilson

Nach der Soloeinlage „Donna“ merkte Kollege Peter Howarth an: „so hoch kann man nur singen, wenn man zu enge Unterhosen an hat“ und genauso fühlte es sich an. Mick erreicht schwindelerregende Höhen, welche man nicht einmal vom Falsett Sänger Roger Hodgson erwarten kann.

Pete Lincoln

Er kann so ziemlich alles singen und geht es einmal zu hoch, springen sofort die beiden Kollegen ein. Pete führt durch den Abend, lockert immer wieder mit Anekdoten auf und macht sogar kurze Ausritte mit seiner E-Gitarre, welche heftig beklatscht werden. Von wegen „gesetzten Publikum!“

Nach dem Konzert wurden im Foyer noch viele Autogramme gegeben, selbst für viele Selfies waren sich die Künstler nicht zu schade. Bei der Vermarktung wird viel auf Handyfotos und Selfies gesetzt. Das kommt an und kostet die Band nichts, als ihr Lächeln von der Bühne mit an den Merchandising Stand zu bringen.

So geht man mit seinen Fans um, da dürfen sich viele eine Scheibe davon abschneiden! Ein kleiner Plausch mit Pete, Peter oder Mick? Kein Problem! Das war das perfekte Ende für einen schönen Sonntagabend.

Die Musik begleitet einen dann noch die ganze Woche über, dass innerliche Strahlen tut einfach nur gut.

Dem rührigen Manager sei Dank, dass er das Parktheater immer wieder ins Tour Programm mit aufnimmt, so auch im Februar 2020. Karten sind ab Sommer erhältlich.

Wer mehr von SWEET hören und sehen will, der sollte sich schleunigst Restkarten von „Rock meets Classic“ besorgen. Diese Tour startet Ende Februar in vielen bayerischen Städten. www.rockmeetsclassic.de

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