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Mandokis Soulmates München 07. November 2019

startete am 31. Oktober 2019 für nur 4 Konzerte! Tolle Künstler haben irre Spass am musizieren!

 

Leslie Mandoki und seine Soulmates am 07.11. zu Gast in München!

 

„Lasst meine Gäste rein“ dies waren seine ersten Worte im Eingangsbereich!

Der studierte Musiker Leslie Mandoki ist vielen bestimmt noch aus seiner Zeit bei Dschinghis Khan bekannt. Der geborene Ungar ist nicht nur Schlagzeuger, sondern auch ein gefragter Musikproduzent. Er arbeitete u.a. mit Phil Collins, Jennifer Rush oder Lionel Ritchie. Sein Aussehen, was etwas an den Schauspieler Jason Momoa erinnert, spiegelt aber nicht die Feinfühligkeit wieder, mit der er musikalisch zugange ist. Dezent aber willensstark war Leslie schon immer.  

Seine Unzufriedenheit mündet in der Flucht aus Ungarn und in dem dann eingeschlagenen Lebensweg. Seitdem tritt er vehement gegen Ungerechtigkeit und für ein einiges Europa auf.

Sein wohl wichtigstes Projekt aber sind wohl seine „Soulmates“. Die „Seelenverwandten“ sind internationale Stars und Bandleader, wie Ian Anderson (Jethro Tull) oder Bobby Kimball (Toto) und Peter Maffay und Al Di Meola. Dieses Projekt startete 2014 mit dem leider bereits verstorbenen Cream-Bassisten Jack Bruce. Auch Al Di Meola und Ian Anderson sind von Beginn an dabei. Durch viel Überzeugungsarbeit schlossen sich Chaka Khan oder auch Bobby Kimball von Toto, John Helliwell von Supertramp und sein Nachbar Peter Maffay an. Beheimatet ist er schon lange in Tutzing, wo er sein eigenes Tonstudio und seine Firma Red Rock Production betreibt.

Mandoki tritt für Frieden ein und will die Musik dahin zurückbringen wo sie hingehört: In den Idealismus und die Toleranz. Das Wort „Revolution“ muss man heute zwar vorsichtig benutzen, aber wenn es um Gesellschaftspolitik geht, ist es wohl angebracht.

Deswegen hat die Konzertreihe „Hungarian Pictures“ wie auch das neue Doppelalbum eine unmissverständliche Botschaft: „Welcome Back To The Revolution!“ Nach den „Alten“ Revoluzzern, sollten nun die „Jungen“ den Stab übernehmen.

Die Mitglieder der Soulmates Besetzung sind nicht in Stein gemeißelt, alleine schon aus Zeitgründen.

Am 11. Oktober erschien das neue Album „Hungarian Pictures“, welches auf den Werken des ungarischen Komponisten Béla Bartók basiert. Der Jazz Rock war ja schon immer das Metier von Leslie Mandoki. Das besondere an den Soulmates Konzerten ist aber wohl das Zusammenspiel aller beteiligten Künstler, wobei das Ego zugunsten der Musik hintenangestellt wird. Dies sind beileibe keinen leeren Worte, sondern live zu beobachten.
Diesmal steht der Progressive Rock im Vordergrund Bestandteil des Albums „Over the Gap“. Diese Musikrichtung dürfte vielen jungen Streamern gar nicht mehr bekannt sein und so darf man gespannt sein, wie dieses Werk beim Publikum ankommt. Wer allerdings diesen absolut vorherrschenden Mainstream erwartet, der war an diesem Abend komplett fehl am Platz. So einen Einheitsbrei darf und durfte man hier wirklich nicht erwarten. Wer es liebt, langjährig erfahrene und weltoffene Künstler zu sehen und zu hören, der war heute richtig! Mit viel Liebe zum Detail und Begeisterung für das, was sie tun, springt der Funke zum Publikum bald über.

In noch keinem meiner Konzerte habe ich so viel Freude in den Gesichtern der Musiker gesehen, wie gestern Abend. Mike Stern z.B. kam aus dem Grinsen und Lachen gar nicht mehr heraus. Zudem spielte er die kompletten „Hungarian Pictures“ nach Noten, welche er nach Gebrauch einfach auf den Boden warf. Weiterer Höhepunkt waren die Sangeseinlagen von Nick van Eede. Seine markante Stimme, vielen von uns aus seiner Zeit mit „Cutting Crew“ bekannt, verlieh mir ein richtiges Gänsehaut Feeling. Zudem war er so tief in der Musik verankert, dass er wie ein Teletubby permanent herumhüpfte um auch noch den letzten gewaltigen Ton aus seinen Stimmbändern herauszupressen.

Leslie Mandoki tritt übrigens zum allerersten Mal in München auf, die gesamte Tour beinhaltete nur vier Konzerte. Normalerweise, so Mandoki, habe er vor keinem Auftritt Lampenfieber, aber in München, seiner Heimatstadt zu spielen, dies sei schon etwas Besonderes. Vor jedem Song erklärte Mandoki dessen Bezug und nahm dies auch wiederholt zum Anlass, um gegen Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Gewalt, eindeutig Stellung zu beziehen.

Anfangs einige Lieder aus dem vorherigen Album „Over the Gap“ bereiteten den voll ausverkauften Circus Krone auf das was folgen würde gezielt vor. Mandoki stellte seine Künstler Kollegen unter viel Applaus vor und betonte immer wieder, welches Glück er habe, mit diesen Freunden spielen zu dürfen.

Besetzung (wechselnd)

Leslie Mandoki, drums
Julia Mandoki, voc
Chris Thompson guitar, vocals, von Manfred Manns’ Earth Band
Nick van Eede singer-songwriter, von der Cutting Crew
Bobby Kimball vocals, von TOTO
Mark Hart guitar, vocals
Tony Carey keyboard (ex Rainbow, Songwriter, Produzent)
Mike Stern guitar, ex Blood, Sweat & Tears (jetzt ELEVEN)
Randy Brecker trumpet, (Trompete bei Steely Dan, Frank Zappa, ex Blood, Sweat & Tears)
Till Brönner trumpet, (Jazz Trompeter, der deutsche Chet Baker)
John Helliwell saxophone, von Supertramp
Jesse Siebenberg jun., von Supertramp
Bill Evans piano, (Jazz Trompeter auch für Herbie Hancock)
Richard Bona bass guitar, (vocals, bass, the African „Sting“)
Cory Henry organ

Auf den ersten Blick überwiegen die Künstler mit Blechinstrumenten. Till Brönner und Randy Brecker hatten viele Soloeinlagen und man konnte „erhören“, warum sie zu den Weltbesten Musikern gehörten. Leider ging das Saxophon von John Helliwell etwas unter, er kam nicht wirklich richtig zur Geltung. Die Mikrofone waren, wie auch schon in Hamburg nur suboptimal aufgestellt. Dies ist mein einziger Kritikpunkt. Zwei Konzerte, Dortmund und Berlin stehen am 08. und 09. November noch aus.

Nichtsdestotrotz sind all diese Musiker heute noch genauso gefragt, wie Chris Thompson von Manfred Mann, seit 1975. Lediglich Bobby Kimball gönnte man nur zu Beginn einen Auftritt. Aus gesundheitlichen Gründen saß er auf einem Stuhl, um nach wenigen Songs zu verschwinden.

Mandoki Tochter Julia half ihrem Vater bei der musikalischen Umsetzung, das Talent liegt wohl in der Familie. Sie sang im Background Chor, zusammen mit zwei weiteren Sängerinnen und einem Sänger. Zusätzlich hatte sie bei den „Hungarian Pictures“ den gesanglichen Part übernommen.

Der Circus Krone Bau ist proppenvoll, als es gegen 20.00 losgeht. Voller Vorfreude haben sich viele Fans schon gegenseitig bekanntgemacht und ihr Fachwissen ausgetauscht. Die Songs werden mit Bildprojektionen untermalt, wie es heute wohl üblich ist. Nach der „Uraufführung“ der „Hungarian Pictures“ gibt es Standing Ovations des begeisterten Münchner Publikums. Die Musiker lagen sich in den Armen und herzten sich gegenseitig für diesen gelungenen Abend.
Für mich war diese Interpretation des Béla Bartók Werkes der legitime Nachfolger von „Tommy“, der Rockoper der „The Who“ Generation. Über 25 Minuten alleine dauerte dieses, nach modernen Arien transferierte und umgesetzte Werk, fast schon ein Epos. Grandiose Tonfolgen unter Einsatz aller vorhandenen Instrumente trafen die Besucher mit einer unheimlichen Wucht. Auf massive Lichtelemente wurde und konnte verzichtet werden.

Den Abend konnte man im Nachhinein in drei Blöcke unzerteilen. Zuerst „Over the Gap“, dann die „Hungarian Pictures“ und letztendlich die „Eveergreens“ der Künstler. Jeder Block dauerte gut 1 Stunde, solche Konzerte halten wirklich nur wenige Bands in dieser Intensität ohne Qualitätsverlust ( und ohne Pause) durch.

Nach gut drei Stunden ist man von den Eindrücken ganz hin und weg! Erst langsam sinkt auf dem Nachhauseweg der Adrenalin Pegel, die komplexen Eindrücke haften an sämtlichen Neuronen in beiden Gehirnhälften und machen sich wohlig breit. Es herrscht Friede und Freude, bei diesem Erlebnis live dabei gewesen zu sein. Dortmund und Berlin: FREUT EUCH!!!! Besonders beim Berlin Konzert, dem Jahrestag des Mauerfalls wird es wohl sehr emotional werden.

Auszug aus der Setlist:
-Turn the Wind
-Living the Gap
-Young Rebels
-Old Rebels
-On and ON
-Where we belong
-Wake Up!
-Last Day of Summer
-Hungarian Pictures
-You´re the Voice (orig. John Farham)
-Davy´s on the Road again (orig. Manfred Mann)

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