Rock meets Classic 2017
April 6- 2017 SATURN Arena ausverkauft

Rock meets Classic Ingolstadt 06.04.2017

SATURN Arena Ingolstadt

„Rock meets Classic“   06.04.17

MAGNUM

Nach auffällig kurzer Begrüßung von Matt Sinner legten sogleich MAGNUM, eine 1972 von Bob Catley und Tony Clarkin gegründete Band los. Leider stimmte das Setup für die Anheizer in keinster Weise, die Höhen waren deutlich überzeichnet, die Bässe zu plump. Hartgesottene Fans in der ersten Reihe war dies erfahrungsgemäß egal, sie rockten sich schon mal warm.

Während auf der Bühne Bob Catley sofort versuchte das „berüchtigte Eis“ zu brechen und das Publikum mitzuziehen, konzentrierte sich Tony Clarkin darauf, auf seiner Gitarre die richtigen Akkorde zu treffen. Seine physische Performance war etwas lethargisch.

Mehr bleibt da, selbst bei positivstem Einsatz der Gefühle, nicht zu schreiben.

Uriah Heep

Ein ganz anderes Kaliber und Höhepunkt eines jeden weltweiten Open-Airs oder Club Concerts, sind die Mannen um Lead Sänger Bernie Shaw und Gründungsmitglied Mick Box. Da wird keine Sekunde ohne gute Laune zu versprühen vergeudet, die Menschen, egal ob Fans oder nicht, sind im Sog des Sängers gelandet und können gar nicht mehr anders als klatschen und singen oder am besten beides.

Bernie Shaw ist der „Frontmann“, welche jede gute Live Band als Lebenselixier dringend nötig hat.

Mit vollem Einsatz von Stimme, Gestik und Mimik nimmt man ihm die Spielfreude, gerade hier und heute auftreten zu dürfen, zu 100% ab! Ein Kracher jagt den nächsten, beginnend mit „Easy Livin´“.

Nach dem zweiten Song bereits klatschnass dreht er mit denglischen Scherzen noch weitere 25% auf.

Routiniert darf man Mick Box bei seinen Gitarreneinsätzen folgen. Ohne Schnick-Schnack, alles live unterstützt von Matt Sinner und seiner Band und dem hervorragenden Symphonie Orchester Prag. Dessen Solisten stellten übrigens ab und an sicher, dass sich die Blutdrücke wieder normalisieren konnten und für den nächsten Künstler bereit waren. Also Leute: Uriah Heep ist immer einen Trip wert, einfach mal die Konzerte für 2017 durchsehen.

Rick Springfield

Von Rick Springfield kennt man höchstens „Jessie´s Girl“ und wenn es dann noch gut ist „Love Somebody“, außerdem ist der Gute seit fast 25 Jahren nicht mehr in Deutschland aufgetreten.

Im Vorfeld wurde er gefragt, welche der fünf üblichen Lieder er wohl spielen würde? Da sagte er mit einem Schmunzeln:“ zur Not spiele ich 5x Jessie´s Girl“, was aber wirklich nicht notwendig war. Mitten während seiner Performance verließ er die Bühne und sauste händeschüttelnd durch die Hall bis hinter zur vierten Reihe, wo er auf den Stühlen stand. Ich hielt ihm dann den Stuhl neben mir, weil ich doch Angst hatte, er könne blöd stürzen, wobei er sich mit einem Lachen und einem Schulterklopfen bei mir bedankte. Der Wirbelwind hinterließ bei den Zuschauern, welchen ihn eher nicht kannten, einen bleibenden Eindruck. Die Musik ist rockig, die Riffs wirken keineswegs eingerostet, sondern immer noch modern und präsent.

Steve Lukather

Mein heimlicher Hit, auf den ich mich schon monatelang freute, hatte wohl vergessen sich von den 100% Spielfreude-Tropfen, wenigstens einen klitzekleinen Teelöffel zu nehmen.

Anstatt den Schwung von Rick Springfield auf- oder sogar mitzunehmen, war es eher, als wechsele man von einem Rockkonzert zu einem Akustik-Konzert. Bis die Stimmung bei „Hold the line“ wieder so hoch war, wie sie während des schönen Abends schon des Öfteren war, hat sich der „inoffiziell“ zweite Top Act nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen. Ich bin absoluter TOTO Fan, habe alle Alben und DVD´s, aber ein einziger Künstler einer Band, kann dies nicht alles alleine einfangen. Die Magie wäre kaputt! Er ist ein TOP Gitarrist, die Riffs passen, die Einsätze, vielgeübt auch, aber das Ingolstädter Publikum ist inzwischen auch verwöhnt und erkennt eine starke Leistung und eine wenige starke Leistung.

Don Felder

Der TOP-Act von den EAGLES schaut mit seinen knapp 70 Jahren noch richtig frisch aus. Er war 27 Jahre bei den EAGLES, bis zu seinem Ausstieg im Jahre 2001. Sein Gitarrenspiel ist geprägt von den Allmann Brothers, er spielte Gitarre für alles was Rang und Namen hat(te).

Berühmtheit erlangte er durch die Custom Made Gibson für den Song „Hotel California“. Bei den Studioaufnahmen zu dem Song, musste er dies mit zwei Gitarren hintereinander spielen, einen Takamine 12-string und das Solo auf einern 1959 Les Paul Standard.

Bei den Live Konzerten kamen ihm Bedenken, weil er ja permanent zwischen den Gitarren wechseln musste. So kam ihm die Idee, das Double Neck einer Gibson EDS-1275 zu nutzen. Wenn er also live spielt, so wie in Ingolstadt, spielt er die obere 12-string mit einer Leslié, die Soli dann mit den 6-string (normalerweise mit Kollege Walsh).

Wen´s interessiert: Gibson produzierte seinerzeit zwei Gitarren, das Modell „Hotel California 1959 Les Paul ( etwa 11.000“$) und das Modell Hotel California EDS-1275 (signiert 13.000$).

Die Bühnenpräsenz entsprach dem eines Profis, die europäischen Verhältnisse von Uriah Heep konnten jedoch nicht erreicht werden. Kollegen berichten auch von der Unnahbarkeit des Künstlers bei den Autogrammen schreiben. Wer keine Eintrittskarte vorweisen kann hat sowieso keine Chance.

Fazit:

Härtlein Konzerte tun gut daran diese erfolgreiche fortzusetzen. Die Eintrittspreise sind absolut ok, die Security etwas zu scharf, aber gerade die Möglichkeit Künstler noch einmal zu sehen, welche man sich früher nicht leisten konnte sorgt noch für ein wochenlanges Gefühls-Nachbeben. Die Hallenluft ist gut, die Toiletten nicht überbelastet und stets absolut sauber.

Meine Wünsche für die Zukunft wären:

-Blue Öyster Cult

-REO Speedwaggon

-Linsey Buckingham

-Fleetwood Mac mit Stevie Nicks

-Carly Simon

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