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WIR4
Oktober 1 – 2018 Stadthalle Gersthofen / Augsburg
Super Stimmung, coole Augsburger!

 

Verflixt und zugenäht, jetzt kenne ich die Hermine Wurm schon seit Anfang der 1970er, aber irgendwie schafft sie es immer wieder davonzukommen. Sie narrt die Polizei ganz fürchterlich. Warum? Es geht um das Lied, besser gesagt um die „Moritat“ vom Frauenmörder Wurm. Hervorragend gesungen von Ulli Bäer, dem Frontmann von WIR4. Nein – das ist nicht irgendeine Coverband, das sind die ur-echten Original Musiker der AUSTRIA3 Band, gegründet 1987, ins Leben gerufen von Rainhard Fendrich, dem Bruder und jetzigen Bassisten von WIR4.

Sie sind wieder da! Ulli Bäer, Harald Fendrich, Gary Lux und Harry Stampfer. Alles begnadete Musiker, mit vielerlei Erfahrung. So ist von den wenigsten bekannt, dass sie gesuchte Studiomusiker, Songschreiber oder Multitalente an den Instrumenten sind.

Die „High Society“ des Austropop, welche sämtliche Epochen dieser aufregenden Zeit begleitet haben, gaben sich in der Stadthalle Gersthofen die Ehre. Sie verwalten das musikalische Erbe der Herren Ambros, Danzer und Fendrich und kennen das Liedgut seit über 30 Jahren, gespielt auf den großen Bühnen im deutschsprachigen Raum. Austria3 wurde eigentlich gegründet um auf die Obdachlosen von Wien aufmerksam zu machen, es sollte ein einziges Wohltätigkeitskonzert spielen. Doch der ehemalige Promotor Fritz Rau, einer der weltgrößten Konzertveranstalter, machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. 9 lange Jahre tourten sie durch die Lande, es wurde ein Mammutprojekt wie man es sich nicht vorgestellt hatte. Auch durch das frühe Ableben des begnadeten Georg Danzer, konnte somit die komplette Original Mannschaft nicht mehr zusammen auftreten. Doch die Lieder war bekannt und populär und die Band bestand quasi in der „Cloud“ weiter. Und so kam man überein, es noch einmal zu versuchen und die Songs, die uns so viel Freude bereiteten, am Leben zu erhalten.

Nachdem musikalisch und menschlich alles passte ging es los. Die Auftritte wurden immer mehr und in immer größeren Locations. Ein jetzt geplanter Auftritt beim FIS Ski Weltcup in St. Anton am Arlberg, musste wegen der heftigen Schneefälle leider abgesagt werden.

Los ging es in Gersthofen mit: „Ollas Leiwand, Vü schöner is des Gfüh“ und dem Ambros Hit „Zwickt´s mi“. Laut Ulli soll es eine musikalische Reise durch die Höhepunkte der Künstler werden. Stimmlich übernimmt Ulli natürlich den größten Part, aber auch der immer gut aufgelegte Gary Lux übernahm sehr wohltuend einige Lieder. Harald Fendrich am Bass setzte immer korrekt ein und sang auch 2 Lieder, mit schöner tragender Stimme.

Nach „Malibu“ kam der Danzer Hit „Weiße Pferde“ an die Reihe. Ulli singt dies so beeindruckend und schön, dass sich bei mir gleich ein „Gänsehaut Feeling“ einstellte. Überhaupt trug Ulli viele Geschichten und Anekdoten über die Protagonisten vor, die vielen Besuchern so bestimmt nicht bekannt waren.

Nach dem Fendrich Klassiker „Macho Macho“ folgte die besagte Moritat vom „Frauenmörder Wurm“, eine gar heimtückische Erzählung über den gesuchten Frauenmörder, der es aber letztendlich gar nicht gewesen war.

„Ruad mi ned an“ war ein weiterer wunderbarer Song, wer hier war erwartete auch kein Rock Konzert, sondern Musik aus der Erinnerung an gute Zeiten der Jugend. Die Zeit bis zur Pause war mit 11 Liedern auch gut ausgefüllt, es gab im Foyer viel zu reden. Leider gab es keine warmen Getränke, das hätten sich viele statt kaltem Wasser oder Bier gewünscht.

„Langsam wachs ma zam“ lud zum zweiten Teil nach der Pause ein. Besonders schön war eine eingespielte Aufnahme von Wolfgang Ambros, auf der er „Respekt“ sang, live begleitet von WIR4 im Saal. Großes Kino der Herzen! „Strada del Sole“ und der berüchtigte „Zentralfriedhof“ waren meine absoluten Highlights. Jeder sang mit vollen Kräften mit, animiert von Frontmann Ulli Baär. Die Lichtanlage tat ihr Bestes um dies makabrere Stimmung in den Saal zu projizieren, was auch gut gelang.

Gleich drei Zugaben forderten die Augsburger zum Ende ein, was ihnen auch gewährt wurde.

„Alle Lichter, Für immer jung“ und natürlich „I am from Austria“ ließen uns wissen, das nach über 2.,5 Stunden auch die schönste Vorstellung auch einmal ihr Ende hat.

Natürlich gab es am Merch Stand danach noch Autogramme und Selfies, ganz nach Belieben.

WIR4 sind wirklich begnadete Musiker, absolut auf dem Teppich geblieben, Fan Nähe wird ganz großgeschrieben, was man auch auf Facebook unter „WIR4“ Tag für Tag nachvollziehen kann.

Die Stimmen sind so, wie wenn man sie sein ganzes Leben schon gehört hätte und jetzt die dazugehörigen Personen vor sich sieht. Die Spielfreude bringen sie mit, es wirkt nichts aufgesetzt oder gar einstudiert. Die Mischung aus Anekdoten und „Gschichterln“ tut ein übriges, dass die Zeit so schnell verfliegt. Wir hoffen, dass noch viele die Gelegenheit nutzen, um sich WIR4 beim nächsten Auftritt nicht entgehen zu lassen.

DEMNÄCHST: EXCLUSIV Interview mit HARALD FENDRICH

auf http://www.koncert-fotos.com

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